Fahrzeugvorstellung RLFA 2000

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Das RLF Wolkersdorf ersetzt zwei alte Fahrzeuge, ein Rüstfahrzeug mit einem Dienstalter von mittlerweile 28 Jahren und ein Tanklöschfahrzeug, das nach 33 Jahren bereits vor einiger Zeit ausgeschieden werden musste.

Blicken wir kurz zurück: Nach dem Ausscheiden des TLF 2000 und immer wiederkehrenden Schwierigkeiten bei Aufbau und Fahrgestell des Rüstfahrzeugs wurde klar, dass eine Anpassung an den Stand der Technik dringend notwendig ist.

Anfang 2010 wurde vom Kommandanten ein Ausschuß eingerichtet und mit der Konzeptionierung eines Rüstlöschfahrzeugs beauftragt. Sechs Feuerwehrmitglieder erarbeiteten in mehrmonatiger Arbeit ein Pflichtenheft, das - 103 Seiten umfassend - die Basis für eine EU-weite Ausschreibung werden sollte.

Gestaltet wurde das RLF - wie für eine solche Fahrzeugkategorie üblich - als schlagkräftiger Erstangreifer, mit dem ein Großteil der anfallenden Einsätze erledigt werden kann. Es sollte Wartungskosten und Aufwände reduzieren helfen und eine optimale Ergänzung zum bestehenden Gerät werden.

Das Konzept "RLF" wurde schließlich im September 2010 den Gemeindevertretern im Ausschuß für Bau und öffentliche Ordnung präsentiert. Der Gemeinderat fasste im Oktober 2010 den Beschluß für den Ankauf des Fahrzeuges. Nach der Förderungszusage des Landes Niederösterreich wurde im Dezember die Ausschreibung gestartet. Drei Aufbauhersteller boten an, das RLF Wolkersdorf zu bauen. Den Zuschlag erhielt im März 2011 die Firma Rosenbauer aus Leonding.


Fahrgestell
Als Basis für das Fahrzeug wurde ein Mercedes Benz Axor 2 mit einem hzGG von 18 Tonnen und permanentem Allradantrieb gewählt.

Der Radstand von 3.900 mm sollte genügend Platz für die umfassende Ausrüstung bieten, der 326 PS starke Motor genügend Kraft mitbringen.


die gesamte rechte Fahrzeugseite

Löschsystem
Die kombinierte Normal/Hochdruckpumpe hat eine Fördermenge von 3.500 Litern in der Minute. Der Löschwassertank mit einem Volumen von 2.000 Litern entspricht dem Üblichen für diese Fahrzeugklasse.

Im Heckbereich ist eine HD-Schnellangriffshaspel mit 60 Metern Schlauchlänge eingebaut. Die vier Niederdruck-Abgänge werden durch einen von der Pumpe schaltbaren B-Niederdruck-Abgang an der Fahrzeugfront ergänzt.

Weiters verfügt das Fahrzeug über eine pneumatisch absenkbare, vom Fahrersitz komplett steuerbare Straßenwaschanlage mit vier Sprühdüsen. Diese können paarweise oder gemeinsam geschaltet werden.

Schaum kann über die Pumpenanlage in drei Raten zugemischt werden: 0,5 % und 1 % als Netzmittel-Beigabe und die üblichen 3 % für die Schaumerzeugung. Die HD-Schaummittelzumischung ist fix mit 1 % eingestellt. Die Schaumausrüstung ist mit der bestehenden Ausrüstung des TLF voll kompatibel.


Kein Wasserwerfer
In einem Punkt weicht das Rüstlöschfahrzeug (mit Genehmigung des Landesfeuerwehrkommandos) von der Baurichtline ab: Es wurde auf den Wasserwerfer verzichtet. Die Feuerwehr Wolkersdorf verfügt bereits über zwei Werfer (Teleskopmastbühne und Tanklöschfahrzeug), ein dritter hätte wenig Sinn gehabt. So kann das RLF in Zukunft - wenn notwendig - optimal den Wasserwerfer der TMB versorgen.

Seilwinde
Die Spillwinde hat eine Zugkraft von 50 kN über die gesamte Seillänge und zwei wählbare Geschwindigkeiten.

Elektrik
Die gesamte Serie "AT neu" ist standardmäßig mit einer LED-Umfeldbeleuchtung ausgestattet. Die Beleuchtung von Mannschaftsraum und Geräteräumen ist ebenfalls über LEDs realisiert.

Leuchtstreifen am Fahrzeugboden werden automatisch bei eingeschaltetem Licht und angezogener Handbremse aktiviert und beleuchten die Kontur des Fahrzeugs bzw. die abgeklappten Auftritte.


Umfeldbeleuchtung - auch vorne für den Windenbetrieb

Im RLF Wolkersdorf wurde ein Einbaugenerator mit eine Leistung von 20 kVA eingebaut. Da der Motor "nur" über maximal 2 Nebenabtriebe verfügt, werden Seilwinde und Einbaugenerator von einem Nebenabtrieb bedient, wo ein hydrostatischer Antrieb zwischengeschaltet ist. Die Verwendung von Pumpe und Einbaugenerator ist gleichzeitig möglich.

Auf beiden Seiten des Aufbaus sind 230 und 400 V-Steckdosen angebracht, die vom Einbaugenerator betrieben werden. Ein auf über 6 Meter ausfahrbarer Lichtmast mit Halogen-Scheinwerfern komplettiert die elektrische Ausstattung.

Ausrüstung
Die Sicherheit der Feuerwehrmitglieder steht an oberster Stelle - das Rüstlöschfahrzeug ist mit Sicherheitsgurten für alle 9 Sitzplätze ausgestattet.


Sicherheitsgurte im gesamten Mannschaftsraum

Kein RLF kommt ohne modernen hydraulischer Rettungssatz aus. Mit einer Schneidkraft von 107 Tonnen kann die neue Rettungsschere dort eingesetzt werden, wo andere Scheren an die Leistungsgrenzen kommen. Ergänzt wird der Rettungssatz durch zwei Teleskopzylinder sowie ein handliches Schneidgerät (Pedalschneider). Single-Kupplungen ermöglichen ein Umstecken der Hydraulik-Geräte unter Druck.


Zwei Rettungszylinder, Pedalschneider, Kettensatz, Schwelleraufsatz und eine zusätzliche 400V-Steckose

Die technische Ausstattung wird durch eine Rettungssäge der Marke Stihl ergänzt. Diese Spezial-Motorsäge verfügt über eine schlagzähe Kette aus Hartmetallplatten und kann zum Beispiel zur Schaffung von Abluftöffnung bei Hallen, zum Zerschneiden von Verbundglas, Blechen oder Paneelen in Sandwich-Bauweise eingesetzt werden.


Raum 1 - Rettungssatz, Motor- und Rettungssäge

Ein Druckluft-Schnellangriff ist über Kupplungen realisiert, die in Geräteraum 1 und 2 installiert sind und vom LKW-Kompressor versorgt werden. Über eine Schlauchtrommel kann die Druckluft rasch auf beiden Seiten des Fahrzeugs zur Verfügung gestellt werden - erfahrungsgemäß steht man ja in 50 % der Fälle auf der falschen Seite :-). Mit dem Druckluft-Schnellangriff können sowohl die 8bar-Hebekissen als auch pneumatische Werkzeuge (Schlagschrauber, Reifenfüll-Pistole) betrieben werden.

Mit zwei mitgeführten Preßluftflaschen ist der Einsatz der Niederdruck-Hebekissen mit einer Hubkraft von 6.5 Tonnen und einer Hubhöhe von 62 cm möglich.

Die im Raum 1 untergebrachte Rettungsplattform ermöglicht ein effektives Arbeiten an erhöhten Standorten, zum Beispiel an LKW, Zügen oder Gebäuden.

Die standardmäßige Löschausrüstung bestehend aus 10 B-Schläuchen, 10 C42-Schläuchen sowie 4 HD-Verlängerungsschläuchen wird durch 4 Hohlstrahlrohre vervollständigt und ist damit optimal auf die Arbeitsweise der FF Wolkersdorf abgestimmt.

Im Raum 2 wurde ein "Drehplateau in Regalform" realisiert, welches Südbahnwinde und Rangierwagenheber beinhaltet. Da ein Großteil der Einsätze der FF Wolkersdorf technischer Natur sind, wurde besonders auf eine optimale Verteilung der Geräte geachtet. So sind zum Beispiel sämtliche Geräte zur Absicherung der Einsatzstelle in einem Raum untergebracht, wo sie möglichst schnell und einfach zu entnehmen sind.

Die Einschulungen auf das neue Fahrzeug laufen derzeit auf Hochtouren. Mitte April ist mit der offiziellen Indienststellung zu rechnen.





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